Andacht

Für Sie persönlich!

 

 

Liebe Gemeinde!

Ich finde es jedes Jahr kurios, wenn ich Anfang August bei 35 Grad Außentemperatur Termine für diese Herbst-Ausgabe des Gemeindebriefs plane, die den Zeitraum bis Ende November umfasst, in dem draußen durchaus bereits Schnee liegen könnte. 

Ich muss dabei an das Bibelwort bzw. den Ausspruch denken, den ich öfters bei Besuchen höre, wenn es beim Verabschieden darum geht, dass wir uns hoffentlich demnächst bald mal wiedersehen: „So Gott will und wir leben!“

Hinter diesem Ausspruch steht nicht die pessimistische Angst, dass wir bald sterben könnten oder die Welt untergeht, sondern ein ganz realistischer Blick auf das Leben. Den hat übrigens auch ein bekannt

er Nachrichtensender, wenn es in seinem früheren Werbe-Slogan heißt: „… denn in 15 Minuten kann sich die Welt verändern.“ Manches, was in dieser Kirchenpost steht, kann bei ihrem Erscheinen schon überholt sein.

Trotzdem planen und organisieren wir. Trotzdem wählen wir am 21. Oktober den kommenden Kirchenvorstand. Denn: „So Gott will, werden wir leben“, schreibt Jakobus zwar in seinem Brief (Jak. 4, 15). Er sagt dies aber nicht verunsichert oder resigniert, sondern fügt hinzu: „… und dies oder das tun!“Pfarrer Feldhäuser

Er will uns vor allzu selbstsicherem, unrealistischem, gottvergessenem Planen in die weite Zukunft warnen; er möchte jedoch keineswegs, dass wir deswegen faul herumsitzen und nichts mehr bewegen, sondern „dies oder das tun“, eben weil die Zukunft nicht in Händen eines unberechenbaren Schicksals, sondern weiterhin in Gottes Händen und Willen liegt („So Gott will …“). 

Entsprechend dürfen und sollen wir mit Gott und im Fragen nach seinem Willen die Zukunft planen und zugleich anpacken, verantwortungsvoll den kommenden Kirchenvorstand wählen oder überlegen, mit welchen besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen wir Gott heuer für die Ernte danken wollen, auch wenn wir noch nicht wissen, was daraus wird. –

Gottes Wille geschehe!

 

 Ihr Pfarrer Johannes Feldhäuser